Abendgottesdienst zur Jahreslosung

Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Am 16. Januar 2021 feierten wir einen Abendgottesdienst zur Jahreslosung:

Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist“.

Nach dem Eröffnungsstück „Aria“ mit Orgel und Altsaxophon, eröffnete Pfarrer Balles den Gottesdienst mit der Jahreslosung. Die Samstagabend Gottesdienste sind ein Versuch, Gottesdienste nicht nur an einem anderen Tag, sondern auch inhaltlich neu zu gestalten. In diesem Jahr sind nach dem ersten Versuch im Oktober 2020 verschiedene Samstagabend Gottesdienste geplant.

Dass das neue Angebot angenommen wird, zeigte die gut besuchte Kirche.

Im Anschluss an den gemeinsam gebeteten Psalm 103 „Das Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“ und der Schriftlesung über den „barmherzigen Samariter“ (Lk 10), sprach Pfarrer Balles über die Grafik der Künstlerin Stefanie Bahlinger, mit welcher diese die Jahreslosung gestaltet hat. Als Predigt trug er die Auslegung der Grafik von Renate Karnstein vor: „Egal wie andere leben: „Seid barmherzig!“ Nicht am Verhalten anderer sollen wir uns orientieren. Auch nicht daran, was für uns selbst dabei herausspringt. Maßgeblich ist allein Gottes leidenschaftliche Barmherzigkeit, die uns durch seine Gnade und Treue „unverdient“ widerfährt.

Hier ein Auszug aus der Predigt:

Es beeindruckt die Dynamik, die von dem rundum geborgenen Kind ausgeht. Im Bauhausstil aneinandergefügte warmtonige Flächen breiten sich aus und bilden einen schützenden Raum. Mit den Rot- und Orangetönen nimmt die Künstlerin die bereits über dem Kind lodernde Flamme des Heilige Geistes auf. Der bewegt seit Pfingsten Menschen über Generationen hinweg, sein Reich zu bauen, sein heilsames Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen. Durchaus facetten- und stilreich in ihrer jeweiligen Zeit. Warmweiß leuchtet sein Reich schon im Hintergrund auf. In der unteren linken Bildhälfte zeichnen sich unklare, wirre Linien ab, die nach oben hin stärker werden. In der rechten Bildhälfte ziehen sich klare weiße Linien von unten nach oben durch und bilden zusammen mit den schwachen Linien der anderen Seite den Spitzbogen eines gotischen Fensters. Auf der linken Seite scheint das Fenster verletzt, auf der rechten nahezu unversehrt, in der Mitte heil zu sein. Doch das Kreuz auf dem Körper des Kindes weist schon auf sein Leiden und Sterben hin und erinnert an sein Wort: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.“ (Johannes 6, 51). Sein Blut, Zeichen seiner Liebe zu uns, durchdringt und verändert die Erde. In der Grafik steckt keine sichtbare Aktion. Sie strahlt vielmehr die unzerstörbare, weltverändernde Kraft der Barmherzigkeit Gottes aus, an der auch seine Kinder teilhaben und die sie verändert. Sie verändert auch mich und hilft mir dabei, auch mit mir selbst barmherzig zu sein. Nichts muss ich geben, was mir nicht selbst geschenkt ist.

Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt von Stephanie Glemser und Christina Schweizer, die die Gemeindelieder „Unser Vater“, „Du hast Erbarmen“ und „Herr, wir bitten: komm und segne uns“ mit Herrn Dr. Grimm an E-Piano und Orgel stellvertretend für die gesamte Gemeinde wunderschön interpretierten.

Liebgewonnen ist das Singen mit Gebärdensprache geworden. Pfarrer Balles zeigte die Gebärden für „Meine Hoffnung und meine Stärke“ und „Ubi Caritas (Wo die Liebe wohnt)“ und die gesamte Gemeinde „sang“ sehr stimmungsvoll gemeinsam die beiden Lieder mit Gebärden und Orgelbegleitung.

Die Fürbitten wurden von zwei Konfirmandinnen vorgetragen, die abwechselnd die Fürbitten vortrugen.

Es war ein schöner, abwechslungsreich und besinnlich gestalteter Gottesdienst, in der mit Kerzen geschmückten Dreifaltigkeitskirche.