Abendmahl bei Kerzenschein

Im Rahmen eines Abendgottesdienstes zum Reformationsfest, am 31.10.2020, feierte die Gemeinde zum ersten Mal nach dem ersten „Lockdown“ im Frühjahr 2020 das Abendmahl. Die Wiedereinführung wurde mit festlicher Dekoration und Kerzenlicht feierlich zelebriert. Die strengen Hygienevorschriften nahmen der Feierlichkeit des Moments nichts, sondern bewirkten vielmehr eine höhere Wertschätzung des Abendmahls und setzten zudem Innovationskraft bei der Gestaltung frei.
Viele – aber nicht zu viele – Gottesdienstbesucher waren gekommen, um Oblaten und Saft zu empfangen. Dass Abendmahl und Reformationstag wunderbar zusammenpassten, machte Pfarrer Balles bereits zu Beginn deutlich, ist doch das Abendmahl sichtbares, greif- und schmeckbares Evangelium von der befreienden Gnade Gottes.

Auch die inhaltliche Ausrichtung des Gottesdienstes am Thema „Freiheit: was ist das? Wer ist eigentlich frei?“, schlug den Bogen von der Reformation hinein in unsere Corona-Zeit, in der wir die Einschränkung unserer Freiheit deutlich spüren.
In seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ schrieb Luther:
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. 
Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Pfarrer Balles reflektierte darüber, was diese These für unsere heutige Situation bedeuten könnte.

Das Abendmahl selbst wurde als Wandelabendmahl mit Einzelkelchen gefeiert. Die Gottesdienstbesucher schritten in gebührendem Abstand durch den Mittelgang über die Sakristei nach draußen vor die Kirche. Dort empfingen Sie Oblaten und Saft – ohne Worte, doch mit einem freundlichen Lächeln. Über den derzeitigen „Ausgang“ ging es dann wieder hinein in die Kirche und an die Sitzplätze. Frau Hess hatte den gesamten Weg mit Pflanzen und Kerzen dekoriert, sodass eine feierliche Atmosphäre aufkommen konnte. Herr Dr. Grimm untermalte das Abendmahl mit Orgelklängen.
Mit einem gesummten „Der Mond ist aufgegangen“ verabschieden sich alle Besucher in die Nacht.
Ein schöner und festlicher Abend – auch, wenn die aktuellen Pandemiebedingungen es nicht zulassen vorherzusagen, wann das nächste Abendmahl stattfinden kann.