Auch in der kalten Jahreszeit geht es voran

Während die kalte Jahreszeit uns besinnliche und gemütliche Stunden schenkt, stellt der Winter für den Baufortschritt am Pfarrhaus eine besondere Herausforderung dar. Unter 5 Grad werden auf Baustellen im Außenbereich keine Arbeiten ausgeführt. Zudem gehen von den niedrigen Temperaturen, häufig in Verbindung mit Niederschlag für das im Umbau befindliche Baudenkmal Gefahren aus. Um die sensible Bausubstanz des derzeit nicht beheizten Gebäudes vor Witterungseinflüssen zu schützen wurde das Pfarrhaus neben der Dachbespannung auch an den Fassaden mit Folien verschlossen. Nicht zuletzt deshalb ließ sich der Fortschritt in den letzten Wochen kaum beobachten. Dennoch wurden die Arbeiten, soweit es die Witterung zu gelassen hat, fortgeführt.
 
Die bereits im letzten Jahr begonnene, umfangreiche Instandsetzung des Fachwerks wurde fortgeführt und konnte im Februar abgeschlossen werden. Den letzten Abschnitt der Fachwerksanierung hatten Arbeiten am Ostgiebel gebildet, der von Holzwurm, Borkenkäfer und Pilzen schwerwiegend Befallen war und in weiten Teilen neu errichtet werden musste. Wie es die Erhaltungssatzung des Denkmalschutzes vorsieht wurde das historische Holz, wo immer es möglich war erhalten, während irreparabel geschädigte Balken ausgetauscht wurden. Nachdem das Fachwerk nun wieder seine statische Funktion erfüllen kann, werden in den nächsten Wochen die Böden geschlossen, sodass daraufhin die Ausmauerung der Gefache stattfinden kann. Gemäß historischem Vorbild kommen hierfür Lehmziegel zum Einsatz. Sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen, wird die Instandsetzung des Dachwerks in Angriff genommen.
 
Im Foyer wurde der bauzeitliche Sandsteinboden, nachdem er unter einer Vielzahl jüngerer Bodenbeläge Jahrhunderte unentdeckt überdauert hatte, durch Steinrestauratoren freigelegt und instandgesetzt. Gebrochene Sandsteinplatten wurden ausgebaut und durch neue Platten ersetzt. Gemäß dem historischen Befund wurden auch die neuen Bodenplatten in Maulbronner Sandstein ausgeführt, sodass die Reparaturen im fertigen Zustand daher kaum mehr wahrzunehmen sind. Die Verformungen des Bodens, der immerhin ein Gefälle von bis zu 3% aufweist, wurden bewusst beibehalten, um den historischen Charakter und Charme des Foyers möglichst authentisch zu erhalten.
 
Umfangreiche Steinmetzarbeiten fanden auch an den Fassaden statt. In der Ost-Mauer des Erdgeschosses wurden die beiden neuen Fenstergewände fertiggestellt. Entsprechend den benachbarten Fenstern erhielten auch die neuen Öffnungen Eisengitter nach historischem Vorbild. Ein besonderer Kraftakt musste für die beiden Podest-Platten mit einem Gewicht von 500 kg und knapp 900 kg geleistet werden, die vor den Hauseingangstüren an der Nord- und Ostseite gelegt wurden. Bis auf wenige kleinere Anpassungen und Korrekturen sind die Steinmetzarbeiten damit abgeschlossen.
 
Während die Instandsetzung des Gebäudes Tag für Tag weiter voranschreitet werden für den Frühsommer die nächsten Meilensteine im Detail geplant. Mit den Fassadenarbeiten im Obergeschoss und dem Einbau der neuen Fenster wird sich dann auch das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes noch einmal ganz erheblich entwickeln.
Insofern kleinere Informations-Veranstaltungen bis dahin wieder möglich sein sollten, würden wir uns freuen Sie auf die Baustelle einladen zu können, damit Sie sich auch ein persönliches Bild von den Instandsetzungs- und Umbauarbeiten am Musberger Pfarrhaus machen können.
 
Mit herzlichen Grüßen,
Dr. Nikolai Ziegler, Architekt
Heinrich Hegger, Vorsitzender Bauausschuss
März 2021