Erntedank einmal anders

Die Kinder des Kinderhauses waren zwar nicht anwesend, dennoch waren sie beteiligt. Außerdem gab es drei Taufen in zwei Gottesdiensten.

„Nicht für alles, sondern in allem dankbar sein“ – das war das Predigt-Motto des diesjährigen Erntedankfestes am 11. Oktober. Ein herausforderndes Thema; waren doch in den Tagen zuvor die Pandemiestufe im Landkreis Esslingen und damit auch die Restriktionen für Gottesdienste sukzessive erhöht worden.

Bereits im Vorfeld war klar gewesen, dass die Beteiligung des Emil-Kübler-Kinderhauses in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden würde. Pfarrer Balles feierte mit den Kindern gesondert Erntedank, sodass im eigentlichen Erntedankgottesdienst überhaupt Platz für Menschen aus der Gemeinde und für die Tauffamilie der Zwillinge Siebler war. Sogar eine dritte Taufe war an diesem Sonntag noch vorgesehen, für die jedoch aus Platzgründen ein eigener Taufgottesdienst im Anschluss an den Hauptgottesdienst ausgerichtet wurde.
Und nun, in den Tagen vor Erntedank, hatte sich die Lage insofern verschärft, dass im Gottesdienst nicht mehr gesungen werden durfte, eine Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten war und nur noch Personen eines Haushaltes nebeneinander sitzen durften. Deutliche Einschränkungen, die nicht unmittelbar zur Dankbarkeit anregten.

Insofern war es wohl umso wichtiger, sich mit der eigenen Grundhaltung und der Frage, wie wir selbst in diesen Zeiten dankbar sein können, auseinanderzusetzen.
Anlass zur Dankbarkeit gab es natürlich dennoch: Zahlreiche Menschen waren gekommen, um den Gottesdienst mitzufeiern – insbesondere viele der Konfirmanden, deren Konfi-Zeit in dieser Woche gestartet war. So musste extra eine Ton-Übertragung ins Freie installiert werden, damit alle einen Platz fanden.
Geschmückt war der Altarraum mit zahlreichen Erntegaben, welche aufzeigten, dass auch in diesem turbulenten Jahr durchaus eine Ernte eingefahren werden konnte.

Außerdem hatten die Kinder des Kinderhauses einen lebensgroßen Hirten mit Schafen gebastelt, welcher den Kirchraum dekorierte. Passend dazu hatten die Kinder mit ihren Erzieherinnen zusammen ein Video für den Gottesdienst vorbereitet. Dieses zeigte – neben zwei Liedern, die die Kinder eingesungen hatten – einen „Stop-Motion-Film“ zum Psalm 23. Die Kinder hatten den Psalm „vom guten Hirten“ aufgesprochen und dazu unzählige Bilder geschossen, welche als eine Art Trickfilm das Gesagte veranschaulichten.

Zuletzt konnte am Ausgang nach dem Gottesdienst jeder Besucher eine schöne Danke-Postkarte mitnehmen, um vom Hören ins Tun zu kommen und einer Person einen unerwarteten Dank zu überbringen.

Lukas Balles

Hier der Film zu Psalm 23 zum Anschauen auf Youtube