Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Musberg

 
 

Konfirmanden 1963 auf dem Weg zur Kirche und Dorfplatz mit Pfarrhaus, verputzt

1229   
Musberg wird erstmals urkundlich erwähnt.

Um 1450    
Auf dem heutigen Kirchplatz wird eine Wendelinskapelle (St. Wendel ist Schutzpatron der Schäfer) gebaut, die nur für Privatandachten genutzt wird.

1534    
In Möhringen wird ein aus Esslingen stammender Theologe als evangelischer Prediger eingesetzt, der auch einen Predigtauftrag in Musberg erhält.

1544   
Musberg wird der Pfarrei in Vaihingen zugeordnet. Die Dorfbewohner setzen sich mit Bittschriften an den Landesherrn und an die Kirchenleitung für eine eigene Kirche und Pfarrstelle ein.

1557   
Der Reformator Johannes Brenz spricht sich in einem Gutachten an Herzog Christoph für die Gründung einer eigenen Pfarrei in Musberg aus.

1558  
Gericht, Schultheiß und Gemeinde (ca. 150 Erwachsene) wenden sich mit dem gleichen Anliegen an den Landesherrn.

1562    
Musberg erhält eine eigene Kirche, für die die bereits bestehende Wendelinskappele zur Dreifaltigkeitskirche umgebaut und erweitert wird.

1563  
Musberg wird eine eigene Pfarrei, zu der auch Leinfelden, Unteraichen (bis 1957), Oberaichen (bis 1964), die Mühlen im Reichenbachtal sowie Rohr (bis 1848) gehören. Musberg ist damit die erste Pfarrei nach der Reformation in Württemberg. Magister Christoph Raff (Vorfahr von Theodor Heuß und des Prinzen von Dänemark) ist der erste Pfarrer. Er bewohnte ein vom Schultheiß zur Verfügung gestelltes Haus auf dem heutigen Platz des Pfarrhauses.

1564    
Das Pfarrhaus wird errichtet.

1566    
Magister Raff verlässt Musberg wegen schlechten Wohnverhältnissen und schlechter Bezahlung. Sein Nachfolger ist Pfarrer Wild.

1581
Bau der Pfarrscheuer.

1589    
Eine Zählung ergibt, dass die Gemeinde aus 222 Erwachsenen und 156 Kindern besteht.

1612    
Pfarrer Schaiblin bemüht sich mit Erfolg um die Vergrößerung der Kirche und den Einbau einer Empore.

1618-48
Ausplünderung und Zerstörung der Inneneinrichtung der Kirche im Zuge des Dreißigjährigen Krieges.


 

1682    
Unter Pfarrer Eisenbach erhält die Kirche durch Erweiterung und Wiederaufbau ihre heutige Form. Die Jahreszahl am Hauptportal und eine im Stadtmuseum ausgestellt Zinntafel zeugen von der Einweihung.

1691    
Pfarrer Johann Eisenbach und seine Frau Maria Magdalena Bechler werden vor dem Altar begraben.

1793
In der Amtszeit von Pfarrer Brand wurde das jetzige Pfarrhaus auf altem Fundament fast völlig neu erbaut. In den Grundmauern sind Schießscharten und Kellergitter spätmittelalterlicher Art eingelassen, die wahrscheinlich von einem Maier- oder Schafhof stammen.

1796
Das Pfarrhaus wird zur Kirche hin erweitert.

1848
Rohr wird von der Pfarrei Musberg getrennt.

1885
Der Musberger Friedhof wird neu angelegt. Pfarrer Karl Eduard Gmelin ist der erste, der dort begraben wird.

1894   
Der Kirchverband mit Leinfelden und Unteraichen wird aufgelöst.

1896/97 Bau der Kirche in Leinfelden.

1897
Weitere Umbauten der Kirche.

1905    
Eine Volkszählung ergibt, dass von 847 Musbergern 840 evangelisch sind.

1919    
Ein Posaunenchor, aus dem später der Musikverein hervorgeht, der Kirchenchor und die Krankenpflegestation (besetzt mit einer Haller Diakonissin) werden durch Pfarrer Schlipf gegründet.

1921    
Im Advent erstrahlt die Kirche zum ersten Mal mit 8 Flammen zu 100 Kerzen und 1 Flamme zu 600 Kerzen in elektrischem Licht.

1922    
Die Erste Kinderkirche findet statt.
Bei einer Renovierung der Kirche wird der vorgeschobene Hochzeitsstuhl entfernt, Pfarrfrauen- und Herrenstuhl werden der vorderen Stuhlreihe angeschlossen und der Verschlag unter der Kanzel wird herausgenommen. Die Längsempore wird um eine Reihe zurückversetzt, der im Chor liegende Grabstein wird rechts neben dem freigelegten Chorbogen aufgestellt, am Altar ein von Schreiner Schäfer und Dreher Bühl gestiftetes eichengedrehtes Geländer angebracht und die ganze Kirche neu gestrichen. An Ostern kann man wieder eine kleine Glocke einweihen.

1928    
In die bisherige Pfarrscheuer wird ein Gemeindesaal (Säle) eingebaut.



 

1934    
Entfernung des Gestühls im Chor. Der Altar, der unter dem Chorbogen stand, wird in kleinerer Form in den Chor versetzt und das Gestühl im Kirchenschiff erneuert.

1944    
Ein Luftangriff alliierter Bomber beschädigt Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus.

1945     Das südwestliche Pfarrhauseck wird beim Einmarsch französischer Truppen durch Granaten zerstört und der Chor der Kirche schwer beschädigt.

1950/51    
Renovierung der Kirche und Einweihung von drei neuen Glocken (als Ersatz für die im Krieg abgegebenen).

1957
Leinfelden und Unteraichen werden selbständige Pfarrei.

1960
Einweihung einer neuen Orgel, einer neuen Kanzel und Emporenbrüstung.

1962
Einweihung des Kruzifixes im Chor der Kirche. (Süddeutsche Holzbildhauerarbeit aus dem 16.Jahrh.).

1963
Neue Kirchenfenster im Chor und an der Kanzel der Kirche, gestaltet von Hans Gottfried von Stockhausen.

1964
Bau der Friedenskirche in Oberaichen. Oberaichen wird selbständig.

1965
Neugründung des Posaunenchors.

1974
Einweihung des neuen Gemeindehauses und Renovierung des Pfarrhauses.

1981
Außenrenovierung der Kirche: Neue Eindeckung mit roten Ziegeln und Erneuerung des äußeren Treppenaufgangs zur Empore sowie Entfernung der Kamine.

1986
lnnenrenovierunq der Kirche: Neuer Fußboden mit Elektroheizung, neue Bestuhlung, neue Kanzel, neue Emporebrüstung.

1988
Außenrenovierung des Pfarrhauses.

1990
Umgestaltung und Einweihung des Kirchplatzes

1997
Erneuerung des gesamten Kirchturms.

2005
Neues Fenster auf der Südseite des Chores, gestaltet von Erika Megyeri und gestiftet von Seniorinnen der Gemeinde und Pfarrfamilie Fetzer.

2013 Jubiläum: 450 Jahre Kirchengemeinde Musberg